Oft wurde der Zustand von jungen Bergbaufolgeflächen
mit der Zeit nach dem Pleistozän verglichen - abgeschüfte
und ausgeräumte Sandlächen, ohne Fauna und Flora
- eine Tabula rasa für die Natur. Für Wissenschaftler
war es von Beginn an faszinierend, die natürliche Besiedlung
dieser Landschaften zu beobachten, zu verfolgen, wie in der
Sukzession Pflanzen und Tiere einwandern und dadurch neue
hochdynamische Lebensgemeinschaften entstehen lassen.
Diese Prozesse sind oftmals auf sehr niedrigen Skalenebenen
zu verfolgen, etwa im Bodenleben oder in der genetischen Information
von Laufkäfern. An der Vegetation, an Vögeln und
Kleinsäugern sind sie dagegen auch ohne Mikroskop zu
erkennen. Je nachdem, welche Entscheidungen der Mensch für
die einzelnen Flächen trifft, nimmt diese natürliche
Wiederbesiedlung einen verschiedenen Verlauf. Es entsteht
also eine nutzungsabhängige Biodiversität. Im Folgenden
werden einzelne funktionelle Artengruppen vorgestellt, an
denen die Sukzession in der Bergbaufolgelandschaft charakterisiert
werden kann - und mit ihnen verschiedene Forschungsvorhaben
und Wissenschaftler. |