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Kleinsäugeruntersuchungen in terrestrischen Bereichen der Niederlausitzer BergbaufolgelandschaftDie Gebiete der Schlabendorfer-Felder repräsentieren den modernen Tagebau, dessen Bergbaufolgelandschaften (BFL) aus großen, teilweise unzerschnitten Arealen bestehen. Ein derartiger Eingriff in die Landschaft ist mit einer Naturkatastrophe vergleichbar, ähnlich einem Hochwasser oder einem Erdbeben. Während aber in der Kulturlandschaft, beispielsweise beim Elbehochwasser, die Schäden in relativ kurzer Zeit behoben werden, wird der Natur in Bereichen natürlicher, ungelenkter Sukzession Zeit gegeben sich zu erholen. In diesen Gebieten können sich seltene Tier- und Pflanzenarten etablieren die anderorts bereits verschwunden sind. Die großflächige Störung der Landschaft macht die allmähliche Wiederbesiedlung durch am Boden lebende Kleinsäuger interessant. In den Bergbaufolgelandschaften, in denen durch den Wegfall bestimmter Beutetiere (Regenwürmer, Schnecken, usw.) ein eingeschränktes Nahrungsspektrum vorherrscht, verschieben sich die Proportionen von Spitzmausgemeinschaften. Die außerhalb der BFL häufig auftretende Waldspitzmaus (Sorex araneus) und Zwergspitzmaus (Sorex minutus) kommen seltener vor, wohingegen Feldspitzmaus (Crocidura leucodon) und Gartenspitzmaus (Crocidura suaveolens), auch bedingt durch das trockenere Klima, diese Flächen verstärkt aufsuchen. Durch die starke Kontrastierung der BFL mit unterschiedlichen
Biotoptypen wie offenen Sandflächen, Trockenrasen und
Hochgrasbeständen sowie Kiefern- und Roteichenforsten
etablieren sich Kleinnagergemeinschaften auf engstem Raum.
Die Waldmaus (Apodemus sylvaticus), eine Art mit einer Vorliebe
für Grenzstrukturen, kommt nahezu flächendeckend
vor. Arten wie Gelbhalsmaus (Apodemus flavicollis) und Rötelmaus
(Clethrionomys glareolus) sind eher in Laubwäldern anzutreffen
während die Feldmaus (Microtus arvalis) Hochgrasstrukturen
bevorzugt. In der BFL kommen diese Arten teilweise auf denselben
Flächen vor, jedoch wechseln die Abundanzen innerhalb
der Jahreszeiten und zwischen den Jahren. Das eingeschränkte
Artenspektrum an Kleinsäugern im Vergleich zur gewachsenen
Landschaft minimiert die Anzahl unbekannter Variabeln, sodass
sich die Interaktionen der Arten untereinander besser erklären
lassen. Die BFL stellt somit ein Freilandlabor dar, in der
Kleinsäugergemeinschaften quasi unter definierten Bedingungen
studiert werden können. |
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Die Untersuchungen von Kleinsäugergemeinschaften werden
mit Lebendfallen durchgeführt, die in Fallenlinien und
-quadraten aufgestellt werden. Als Köder wird für
Echte Mäuse und Wühlmausartige in erster Linie Erdnusscreme,
für Spitzmäuse Fischpastete verwendet. An besonders
heißen Tagen wird zusätzlich ein Apfelstückchen
zum Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes dazu gelegt.
Die Kontrollen der Fallen erfolgen in einem 3 bis 6 stündigem
Rhythmus. Bei jedem Fang werden die Art und das Geschlecht
sowie der Fortpflanzungsstatus festgestellt. |
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Auf diese Weise liegen Daten zum Artenspektrum und zur Habitatwahl
der Arten vor. Aufgrund der individuellen Markierung können
Aussagen zum Aktionsraum und zur Populationsgröße
vorgenommen werden. Die unterschiedlichen Schwanz- und Hinterfußlängen
dienen zum einen der eindeutigen Bestimmung der Arten. Zum
anderen lässt sich die Populationsstruktur feststellen,
da juvenile, subadulte und adulte Tiere einer Art unterschieden
werden können. |
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Ziel der Untersuchungen zur Kleinsäugerfauna ist die Ermittlung des Artenspektrums in unterschiedlichen Entwicklungsstadien von Roteichenforsten sowie ein Vergleich zu Hochgrasflächen der BFL bzw. angrenzenden Bereichen. In Bereichen in den mehrere Arten parallel nebeneinander vorkommen sollen die Interaktionen analysiert werden. |
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