Landschaftswerkstatt

Die Schlabendorfer Felder als Erholungs- und Ergänzungsraum zum Spreewald

Region Lausitz-Spreewald   5 kommunal verfasste Planungsregionen

Das Land Brandenburg ist in fünf kommunal verfasste Planungsregionen unterteilt. Die Regionalen Planungsgemeinschaften legen in Abstimmung mit der Landesplanung und den Städten und Gemeinden die Ziele der Raumordnung in Regionalplänen und regionalen Entwicklungskonzepten fest.

Die Region Lausitz-Spreewald im Süden des Landes Brandenburg grenzt im Norden bei Schönefeld an das Land Berlin, im Süden an den Freistaat Sachsen, im Osten an die Republik Polen und im Westen an das Land Sachsen-Anhalt. Mit den Landkreisen Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elster, Spree-Neiße und der kreisfreien Stadt Cottbus bildet sie mit knapp 7200 km² die größte Region des Landes Brandenburg. Die Regionale Planungsgemeinschaft Lausitz-Spreewald ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Cottbus, wo sie auch die Regionale Planungsstelle unterhält, in der ein Team aus Geographen und Landschaftsarchitekten an der Erstellung eines Regionalplanes arbeitet.

Die Aufgaben der Regionalplanung liegen im Spannungsfeld zwischen der übergeordneten Landesplanung, den Fachplanungen und kommunalen Bauleitplanungen. Sie soll einerseits die Vorgaben des Landes für die Region konkretisieren, andererseits die Belange der überörtlichen Fachplanungen in den Landkreisen und die Entwicklungsvorstellungen der Gemeinden berücksichtigen. Die Ergebnisse werden in einem detaillierten Regionalplan festgehalten und fortgeschrieben.

Das Verfahren zur Regionalplanung, in dem landkreisübergreifend die Freiraumplanung in den Kategorien Forst-, Acker-, Gewässer-, Gewerbenutzungen etc. umgesetzt werden soll, ist derzeit ausgesetzt. Der integrierte Regionalplan für die Region Lausitz-Spreewald liegt daher bisher nur als Entwurf aus dem Jahre 1999 vor. Damals wurde ein Plan erarbeitet, der sehr differenzierte Nutzungen für den Freiraum beinhaltete und unter anderem jeweils Vorrang- und Vorbehaltsflächen für Natur und Landschaft, Wald, Landwirtschaft, Rohstoffsicherung und Wasserwirtschaft vorsah.

Die Stellung der Regionalplanung im System der Raumplanung

Zur Entwicklungsperspektive der Bergbaufolgelandschaft (BFL) Schlabendorfer Felder können seitens der Planungsstelle keine konkreten Aussagen gemacht werden. Nicht nur, weil die Sanierungspläne für die BFL in die regionale Planung zu übernehmende Landespläne mit Gesetzeskraft sind, die allenfalls zu konkretisieren wären, sondern weil sie in einem Maßstab von 1:50.000 bereits sehr detailliert auf die zukünftige Landnutzung eingehen und die Regionalplanung in einem gröberen Maßstab von 1:100.000 arbeitet. Die Planungen für die BFL werden durch daher durch die Sanierungspläne vorgegeben und die Regionalplanung übernimmt sie ohne eigene Entwicklungen zu kennzeichnen.

Die Regionalplanung soll in Zukunft in größeren Kategorien planen, das heißt nur spezielle Vorrangflächen für Naturschutz, Windnutzung etc. kennzeichnen. Dabei gilt es, dass die Landesplanungen zu übernehmen sind. Nach Aussage der Regionalplaner ist noch unklar, wie sich die Regionalplanung zukünftig in die Landesplanung einfügen soll, ob es noch Spielräume geben wird, besondere regionale Räume auszuweisen, zu beplanen und zu entwickeln. Sollte dies der Fall sein, würden die Schlabendorfer Felder wieder ein Thema: und zwar als ein Raum mit besonderem Entwicklungsbedarf, dessen Größe in etwa der Landschaftsinsel 6 der IBA Fürst-Pückler-Land (diese umfasst die BFL Schlabendorf und Seese) einschließlich der Stadt Luckau entspräche. Für diesen Raum wäre dann ein Entwicklungskonzept zu erarbeiten und die Regionale Planungsstelle könnte die Moderation übernehmen.

In die Erarbeitung des Nutzungskonzeptes für die Schlabendorfer Felder auf der Grundlage der Sanierungspläne war die Regionalplanung nur über die vorgeschriebene Beteiligung der Träger öffentlicher Belange involviert. Da das Gebiet in der Regionalplanung zu den Vorrangflächen für den Naturschutz gehörte und große Teile der Bergbaufolgelandschaft zum Beispiel über den Naturpark Niederlausitzer Landrücken auch in diese Richtung entwickelt werden sollten, gab es keine Einwände.

Die Sanierungspläne, so die Aussage der Planer, wurden recht schnell aufgestellt. In der Regel verfolgte man hier die Intention, den Landschaftszustand vor dem Bergbau wieder herzustellen, mit den gleichen Flächenanteilen für die Nutzungen im forst- und landwirtschaftlichen wie im Sieldungsbereich (Straßen und Wege). Erst nach Abschluss dieser rechtskräftigen Planungen wurde man der nicht genutzten Chancen gewahr, durch gestalterische Eingriffe in die Landschaft ihr Potential aufzuwerten. Das industriekulturelle Potential der BFL wurde nicht genutzt. Es ist ein Verdienst der Internationalen Bauaustellung Fürst-Pückler-Land (IBA), dieses Potential stückweise zu erschließen. Mit den örtlichen Nutzungskonzepten sollte versucht werden, diesen Fehler zu korrigieren und die "neuen Landschaftsnutzungen" in die Regionalplanung zu überführen. Dazu ist es aber aufgrund der prekären Stellung der Regionalplanung im Land nicht gekommen.

Windkraftnutzung für die Region Lausitz-Spreewald   Im Umfeld der Schlabendorfer Felder ist die Bevölkerung zwischen 1990 und 2002 bis zu 10 Prozent geschwunden.

Seit März 2004 liegt der sachliche Teilregionalplan III "Windkraftnutzung" für die Region Lausitz-Spreewald vor.
Er weist die Eignungsgebiete für die Windnutzung aus.

 

Die Planungsgemeinschaft Lausitz-Spreewald beteiligt sich an einem Modellvorhaben innerhalb der Raumordnung, mit dem nach Anpassungsstrategien für ländliche Regionen mit starkem Bevölkerungsrückgang gesucht wird. Im Umfeld der Schlabendorfer Felder ist die Bevölkerung zwischen 1990 und 2002 bis zu 10 Prozent geschwunden.

Derzeit liegt das einzige Gestaltungspotential auf der Grundlage der Sanierungspläne in der Flächenverteilung der Nutzungsformen; zwar kann an den prozentualen Anteilen kaum gerüttelt werden, aber über die Verteilung in der Fläche kann gesteuert werden, z.B. ein kleinteiligerer Wechsel zwischen Forst und Acker erreicht werden. Aber in solch einer "alten" BFL wie den Schlabendorfer Feldern ist dies wohl kaum noch möglich. Die Landschaft der Schlabendorfer Felder inklusive der Stadt Luckau wird, so die Planer, in ihrer regionalen Funktion als Erholungsraum und als Ergänzungsraum zum nahen Spreewald eine Bedeutung haben können, nicht darüber hinaus. Allerdings wird es eine Gewässeranbindung an den Spreewald nicht geben können - was einmal angedacht worden war.

Obwohl es keine verwaltungstechnische Veranlassung gegeben hat, nahm Herr Ullrich, Geograph in der Regionalen Planungsstelle, zum Nutzungskonzept "Seegemeinde Schlabendorf" Stellung, das durch Herrn Gerber, den Sprecher der gleichnamigen Initiative, den Weg auf seinen Schreibtisch fand. Grundsätzlich findet er es positiv, dass die Einwohner das Potential ihrer Landschaft nutzen und gestalten möchten. Er hat dazu ermutigt, noch visionärer heranzugehen, nicht nur einfach eine Promenade am See und einen schönen Strand, sondern gezielt Alleinstellungsmerkmale entwickeln. Schlabendorf als "Dorf am See" weist da in die richtige Richtung, wenn es gelingt, auch solche Ideen wie die Solarfähre einzubinden. Die vorhandenen baulichen Ressourcen im Dorf und das Potential der umliegenden Gemeinden sollten unbedingt einbezogen werden. Auch die demographische Entwicklung, der Bevölkerungsschwund, und überregionale Planungen sollten berücksichtigt werden. Zum Beispiel macht es keinen Sinn, den kleinen Flughafen Wilmersdorf entwickeln zu wollen, wo man in 40 min in Schönefeld ist.

Das landschaftliche Potential der BFL Schlabendorfer Felder sieht die Regionalplanung in der kleinteiligen naturnahen Erholungsnutzung unter dem Stichwort Naturerleben und Landschaft. Dieser Weg wird mit der Naturschutzstation Wanninchen der Heinz Sielmann Stiftung und dem Naturpark Niederlausitzer Landrücken begangen. Dass sich in den Restlöchern kurzfristig keine gescheiten Badegewässer etablieren werden, ist hier natürlich ein Nachteil. Der könnte aber durch die Verbindung der vielen kleinen Potentiale in der Umgebung wie das "Dorf am See", Fürstlich Drehna mit Schloss und Park, Schloss Zinnitz, Töpferdorf Crinitz, die mit der Landesgartenschau aufgewertete Stadt Luckau, dem Künstlerschloss in Gehren mit dem "Garten der Lüste" und über eine Verbindung zum nahen Spreewald ausgeglichen werden.
Die Motocrossanlage in Fürstlich Drehna, deren Betrieb mit Lärm und Staub verbunden ist, passt nach Ansicht der Planer nicht in dieses "Leitbild". Sie wissen aber, dass es hier historisch eine starke Bindung zu diesem Sport gibt.

Solche Konzepte könnten aus Sicht der Regionalen Planungsstelle, derzeit nur über die Überarbeitung der kommunalen Flächennutzungsplanung (zum Beispiel der Stadt Luckau) geplant und umgesetzt werden.

Bilder aus: Informationen zur Region Lausitz-Spreewald Nr. 1 bis 5, hrsg. Von der Regionalen Planungsgemeinschaft Lausitz-Spreewald

Kontakt

Regionale Planungsgemeinschaft Lausitz-Spreewald
Regionale Planungsstelle
Gulbener Straße 24
03046 Cottbus

www.region-lausitz-spreewald.de

 

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