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Die Grundwasserreinigungsanlage in Schlabendorf
gehörte zum Tagebaubetrieb. Es wäre
möglich, sie durch einige Eingriffe zum Bootshafen
umzubauen. |
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Blick auf das Seeufer bei Schlabendorf, den
Weststrand: Die Gemeinde hat das Ufer gekauft
und will es als Boots- und Badestrand entwickeln. |
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Den Weg entlang des entstehenden Schlabendorfer
Sees kann man sich mit etwas Phantasie durchaus
als Promenade vorstellen. |
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Im Gegensatz zum großen Landschaftspark
in Fürstlich Drehna ist der Gutspark in Schlabendorf
kaum noch erkennbar - die alten Bäume sind
abgestorben, die Fläche ist minimiert. |
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Trotzdem könnte der sanierte Gutspark als
Strukturelement eine wichtige Rolle bei der räumlichen
Vermittlung zwischen Siedlung und See spielen. |
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Ein weiterer zentraler Akteur in den Schlabendorfer
Feldern aus der Sicht Blanke-Chills ist die Heinz-Sielmann-Stiftung.
Wegen der erheblichen Flächenanteile am entstehenden
Schlabendorfer See habe man in den "nutzungsorientierten
Betrachtungen" zunächst versucht, vier verschiedene
Nutzungsschwerpunkte im Raum zu setzen und sie somit
sowohl voneinander abzugrenzen, als auch miteinander
in Beziehung zu setzen. Demnach wären mit dem Standort
Wanninchen naturnahe und dem Schutzziel angepasste Nutzungen
(Wandern; Natur beobachten) verbunden. In Schlabendorf
könnten dagegen eher sportliche Nutzungen ankern
(Wassersport und Camping).Zinnitz könnte sich stärker
auf einen Ferienbetrieb der gehobenen Art spezialisieren,
etwa durch Ferienwohnungen und -häuser oder durch
ein Wellness-Zentrum.
In Fürstlich Drehna schließlich gibt es
durch die historische Substanz die Möglichkeit,
exklusive Kulturerlebnisse zu vermarkten. Auf diese
Weise entstehen Achsen zwischen den Standorten, an denen
sich verschiedene kleinteilige Nutzungen in den genannten
Polen entfalten können: die "Wasserachse"
zwischen Wanninchen und Schlabendorf, die "Aktivitätenachse"
zwischen Schlabendorf und Zinnitz und die "Historische
Achse" zwischen Fürstlich Drehna und Schlabendorf.
Wanninchen ist mit Fürstlich Drehna durch eine
"Naturachse" verbunden, Fürstlich Drehna
wiederum mit Zinnitz durch eine "Kulturachse".
Diese Schwerpunkte geben Gestaltungschancen vor, behandeln
aber den gesamten Schlabendorfer See als zu entwickelndes
Gebiet. An dieser Stelle brechen dann doch die befürchteten
Nutzungskonflikte auf: Naturschutz konkurriert mit Tourismus.
Die Naturschützer wehren sich vehement gegen eine
Solarfähre und gegen Segelboote auf dem See.
So steht etwa zur Debatte, ob die Schutzgebiete des
Sees, die der Sielmann-Stiftung gehören, durch
Bojen von den übrigen Teilen abgetrennt werden,
um einen individuellen Bootstourismus zu verhindern,
oder nicht. Für die Planer ist das keine attraktive
Lösung, da der See hinter Wanninchen in äußerst
attraktive Reliefs ausläuft, die auch vom Wasser
aus in aller Stille schön zu beobachten wären.
Auch eine umlaufende Skaterstrecke, die die Planer vorschlagen,
da sie viele "Pioniere" anzöge, steht
so zu Debatte. Mit dem von der Sielmann-Stiftung beabsichtigten
Kauf des Drehnaer Sees würde darüber hinaus
die gesamte Schwerpunktsetzung der Planungen strapaziert,
da nunmehr noch ein weiteres Schutzgebiet entlang der
"Kulturachse" läge.
Planungen für den Ort Schlabendorf
Die Arbeit der Planer für Schlabendorf schlägt
verschiedene gewerbliche Einrichtungen vor: einen Fahrrad-
und Skaterverleih, ein Bistro, ein Strandcafe, eine
Segelschule, einen Campingplatz und einen Hafen. Dabei
ist man in den Zukunftsentwürfen vorsichtig und
bemüht sich, keine überschießenden Erwartungen
zu wecken.
"Wenn alles umgesetzt ist und gut funktionieren
würde, ergäbe das ca. 16 Arbeitsplätze."
Trotzdem wäre es eine umfassende Perspektive für
die Entwicklung des gesamten Ortes. Zentral für
die Entwicklung ist der Hafen, der aus einer großen
Grundwasserreinigungs-anlage im Ort entstehen könnte.
Diese muss von der LMBV in der bevorstehenden Sanierungsphase
zurück gebaut werden. Bei rechtzeitiger Klarheit
in Amt und Gemeinde könnte eine Formung des Beckens
zu einer zu entwickelnden Hafenanlage erzielt werden.
Dasselbe gilt für den direkten Uferbereich, die
Reste des Schlossparks und die Seepromenade.
Ein verbindendes Element zwischen der touristischen
Nutzung und dem benachbarten Naturschutz könnte
im Leitbild "Solar Village" bestehen - Demnach
könnte eine Solarfähre den Ort Schlabendorf
mit dem Naturparkzentrum Wanninchen verninden. Darüber
hinaus könnten viele Dächer der Ortschaft,
die Seebrücke und andere Flächen mit Feldern
zur Gewinnung von Solarenergie ausgestattet werden.
Auf der Seebrücke soll eine Solartankstelle zur
Speisung von Elektrobooten und der Solarfähre genutzt
werden, mit der die verschiedenen Bereiche des Sees
erfahren werden könnten. Auf diese Idee hat auch
die IBA positiv reagiert und würde möglicherweise
ein entsprechendes Projekt in ihr Konzept aufnehmen
und es unterstützen, da darin auch ein symbolischer
Brückenschlag zwischen alter und neuer Energienutzung,
zwischen Naturverbrauch und Naturerhalt beschrieben
würde. Ein solches "Mosaiksteinchen"
würde die Themenpalette der IBA sinnvoll ergänzen.
Ausblick
Blanke-Chill und sein Team haben sich auf die Landschaft,
die sie in dem Projekt bearbeitet haben, in ihrer Eigenart
und in ihrer besonderen historischen Lage eingelassen
und einen weit reichenden Kontakt zu den betroffenen
"Stakeholders" aufgebaut. Dass verschiedene
Unklarheiten und Hemmnisse sich im Rahmen ihres Engagements
nicht lösen lasen werden, sehen sie als natürlich
an und bedauern dies jedoch zugleich. Es bleibt, die
Hoffnung und Absicht, mit dem Projekt einen wirksamen
Beitrag zur Entwicklung des Standorts geleistet zu haben. |